Dienstag, 20.05.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Architektenleistung: Ab wann Sie die Bauabnahme erklärt haben

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Worum geht´s
  • Verjährungsfrist bei Bauabnahme 
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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass sechs Monate nach Einzug des Bauherrn die Architektenleistung als abgenommen gilt. Allerdings sind die Planer mit diesem Urteil nicht automatisch aus dem Schneider. 

Mit dem Urteil vom 26.09.2013 (VII ZR 220/12) geht der Bundesgerichtshof davon aus, dass der Bauherr ein Gebäude automatisch abnimmt, sobald er einzieht und in dieser Zeit keine Mängel anmeldet.

Doch so schnell und einfach sind die Verhältnisse zwischen Architekten und Auftraggeber dann doch nicht geklärt, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht).

Die Verjährungsfrist läuft erst nach der Nachabnahme

Denn sind noch Restarbeiten zu erledigen, Mängel zu beseitigen oder auf Pläne und Unterlagen vom Planer zu warten, dann läuft die architektenrechtliche Verjährungsfrist noch lange nicht.

Dieser Fall trifft vor allem dann zu, wenn Architekten auch die Bauüberwachung erbringen. Hier kann die Abnahme der Bauleistungen nicht gleichgesetzt werden mit der Abnahme der Architektenleistungen.

Bauabnahme: Was tun bei Mängeln?

Denn der Bauüberwacher muss auch noch die Mangelbeseitigung der bei Abnahme erkannten Mängel überwachen und gegebenenfalls eine Nachabnahme durchführen. Dies kann sich einige Zeit hinziehen, auch nachdem der Bauherr das Gebäude längst bezogen hat.

In diesem Fall beginnen die vom BGH genannten sechs Monate erst ab der Nachabnahme und nicht bereits ab dem Einzug zu laufen.

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Die meisten Bauherrn sind Laien im Bereich Hausbau. Deshalb ist es in den meisten Fällen sinnvoll, die Überwachung der Bauarbeiten einem Profi zu überlassen, zum Beispiel einem Architekten. Wird dieser mit der Aufgabe betraut, muss er alle Vorgänge auf der Baustelle genau koordinieren und dokumentieren.
Gerade kommt jemand mit einer ganz alten Geschichte um die Ecke, bei der Sie weniger gut abschneiden. Ihre Reaktion: „Ach, das ist doch schon längst verjährt!“ Und tatsächlich: So olle Kamellen interessieren niemanden mehr und deswegen hat so eine Verjährung auch etwas Gutes.  Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn es um Ihre Schadenersatzansprüche, eine unbezahlte Miete oder eine noch ausstehende Betriebskostennachzahlung geht, denn hier tickt die Verjährungsuhr gegen Sie. Doch selbst, wenn die Verjährungsfrist abgelaufen ist, ist Ihr Geld noch nicht ganz verloren.         
Architekten arbeiten nicht umsonst. Nachdem die Entscheidung, ob ein Architekt hinzugezogen werden soll, in einem relativ frühen Stadium fallen wird, muss diese Kostenposition dann auch fest in die Kalkulation eingeplant werden.

 meineimmobilie.de-Tipp

Denken Sie beim Hausbau daran, dass Sie die Leistungen verschiedenster Handwerker und Unternehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten abnehmen müssen.

 

Damit Sie keine Abnahmefrist versäumen und alle Handwerkerleistungen im Blick haben, sollten Sie trotz allem Baustress ein Baubuch führen, in dem Sie alle Firmen, Aufträge und Fristen genau auflisten.